CommVault Software Version 11 – die eierlegende Wollmilchsau geht in die nächste Runde

In einem früheren Blog Artikel haben wir euch erklärt, warum teamix sich für CommVault Simpana Software in der Version 10 als Grundlage für Lösungen zum Datenmanagement entschieden hat.

Vor einem halben Jahr hat uns die Ankündigung des V11 Beta Programms auf das neue Release der CommVault Software eingestimmt. Am 20. Oktober 2015 ist die CommVault Software V11 nun offiziell erschienen. Neben zahlreichen Verbesserungen bestehender Mechanismen sind auch völlig neue Funktionen hinzugekommen. Einige Highlights möchten wir an dieser Stelle besonders hervorheben:

CommCell Disaster Recovery Failover
CommVault Software ermöglicht durch intelligentes Backup & Replikation den Aufbau von Disaster Recovery Lösungen. Dabei werden Quelldaten von physikalischen Servern, virtuellen Maschinen sowie NAS Systemen in ein Notfallrechenzentrum übertragen um im K-Fall von dort aus die Services einer modernen IT-Landschaft weiter betreiben zu können. Dabei wird aber oft vernachlässigt: Wie schützt sich die Lösung selbst gegen den K-Fall?

Die Intelligenz von CommVault Software, der sogenannte CommServ, basiert auf einer Microsoft SQL Enterprise Datenbank. Aus dieser zentralen Komponente werden alle Prozesse gesteuert und verwaltet. Für den K-Fall ist es also unverzichtbar, dass der CommServ im Notfallrechenzentrum zur Verfügung steht. Wie aber kann man den CommServ angemessen schützen?

Variante 1: DR Backup

Bereits direkt nach der Installation ist die einfachste Variante aktiv: 1x täglich wird ein Datenbank Dump auf die lokale Festplatte oder einen Netzwerkshare geschrieben. Aus diesem Dump ist der CommServ im Notfallrechenzentrum vollständig  wiederherstellbar.
ABER: Der Dump muss mit klassischen Mitteln zuverlässig in das Notfallrechenzentrum übertragen werden. Außerdem definieren die wenigsten Kunde ein RTO von 24h als ausreichend.

Variante 2: SQL Server Database Mirroring

Eine verbreitete Lösung für die Verfügbarkeit des CommServ ist das Database Mirroring. Dabei wird im Notfallrechenzentrum ein zusätzlicher DR CommServ installiert. Beide SQL Installationen werden mittels SQL Server Database Mirroring synchron gehalten. Im K-Fall werden die CommServ Services im Notfallrechenzentrum gestartet.
ABER: SQL Database Mirroring bringt zusätzliche Komplexität in die Datenmanagement Lösung, sodass CommVault Administratoren oft auf Knowhow der Datenbank Kollegen angewiesen sind.

Variante 3: (NEU) Standby CommServ Host

Ähnlich dem SQL Server Database Mirroring wird auch bei dieser Variante ein zusätzlicher DR CommServ im Notfallrechenzentrum installiert. Allerdings wird für den Datenabgleich der CommVault SQL Datenbank Agent benutzt. Dabei werden Datenbank- und Log-Sicherungen (Logshipping) der primären CommServ automatisiert auf dem DR CommServ eingespielt.
Vorteil: Da beide CommServ Installation nicht auf Datenbankebene mit einander verknüpft sind, sind Failovertests sehr einfach möglich ohne dabei den primären CommServ abschalten zu müssen.

 

Global Secondary Copy Policy

CommVault Software arbeitet Richtlinien basiert. Wohin, wie oft, wie lange aufheben? – Diese Einstellungen bilden eine Storage Policy. Durch die Verknüpfung von Datenquellen mit einer Storage Policy und  Scheduling entstehen dynamisch Jobs. Es ist also nicht notwendig diese Einstellungen für jede Datenquelle separat zu konfigurieren.

Die neue Global Secondary Copy Policy erlaubt uns jetzt Storage Policies noch weiter zu konsolidieren. Zusätzliche Kopien (Auxiliary Copy), z.B. auf Tape, müssen zukünftig nicht mehr je Storage Policy konfiguriert werden. Vielmehr ist es möglich diese Auxiliary Copies in der neuen Global Secondary Copy Policy zu definieren und dann Storage Policies auf die Global Secondary Copy Policy zu verweisen. Das vereinfacht nicht nur die Konfiguration, sondern spart auch eine Menge Tapes.

 

Live Sync Replication of Virtual Machines

CommVault Software ermöglicht die effiziente Sicherung von virtuellen Maschinen. Für VMware vSphere geht die Integration jetzt noch weiter. Mit Live Sync Replication of Virtual Machines können noch smartere Disaster Recovery Lösungen gebaut werden. Live Sync Replication of Virtual Machines nutzt die bestehenden Sicherungsmechanismen und repliziert konsistente VM Sicherungen in ein Notfallrechenzentrum direkt in den Ziel Datastore. Automatisiert werden die Änderungen seit der letzten Replikation in die DR VM eingepflegt und diese anschließen testweise gestartet. So ist sichergestellt, dass die VM im K-Fall einsatzfähig ist.

 

IntelliSnap Support for Sybase and PostgreSQL

CommVault Software nutzt die Snapshot Funktionalität von modernen Storage Arrays, um die Datensicherung noch schneller und effizienter zu gestalten. Dabei werden die Snapshots der Storage Arrays aus der CommVault Software verwaltet (IntelliSnap). Das macht insbesondere die Wiederherstellung einfach, da kein Storage Knowhow notwendig ist. Die Integration für die meisten gängigen Applikationen & Datenbanken war ja bereits in V10 gegeben. Jetzt wird die Liste um Sybase und PostgreSQL ergänzt. Das erfreuliche dabei ist, dass viele Nutzer so einen weiteren Teil der altmodischen Streaming Backups ablösen können.

 

VMAX Replication

CommVault Software erlaubt nicht nur die Steuerung von Snapshots moderner Storage Arrays (IntelliSnap), sondern auch deren Replikation zwischen Arrays. Diese Funktionalität war bisher auf NetApp FAS mit SnapMirror / SnapVault beschränkt. Neu ist jetzt die Unterstützung für die Replikation von EMC VMAX Systemen.

 

Edge Drive

CommVault Software schützt auch die Daten auf klassischen Endgeräten, wie PCs und Notebooks. Bereits in der V10 war es möglich den Endbenutzern über ein SelfService Portal Zugriff auf die eigene Datensicherung zu gewähren und z.B. Dokumente aus der Datensicherung direkt auf dem Smartphone zu öffnen. Mit CommVault Software V11 wird Datenmanagement für Endbenutzer noch komfortabler. Denn Edge Drive ermöglicht die Replikation von Datenbeständen zwischen unterschiedlichen Endgeräten, sowie das Teilen von Inhalten mit anderen Endbenutzern. Warum eine dedizierte Sync & Share Lösung betreiben (oder gar DropBox zulassen!), wenn CommVault Software die Funktionen bereits mitbringt?

 

Data Loss Prevention

CommVault Software stellt nicht nur die Wiederherstellbarkeit von Daten sicher oder synchronisiert  Daten über unterschiedliche Geräte hinweg. Über Richtlinien gesteuert, werden Daten auch periodisch verschlüsselt. Geht ein Endgerät verloren oder wird gestohlen kann so der Zugriff auf sensible Informationen verhindert werden. Auch der klassische Remote Wipe ist mit Data Loss Prevention möglich.

 

Für CommVault typisch kommt das neue Release und die Funktionen in Wellen. Wie auch in den vergangenen Releases ist zunächst nur eine frische Installation von CommVault Software V11 möglich. Ein Upgrade bestehender CommVault Simpana V10 Versionen wird zu einem späteren Zeitpunkt unterstützt.

In unserem Lab ist die offizielle CommVault Software V11 bereits installiert. Wir testen fieberhaft die Integration anhand typischer Kundensetups und validieren die neuen Funktionen, um noch weitere Mehrwerte für euch generieren zu können.

Ist eine der neuen Funktionen für euch besonders interessant? Oder möchtet ihr, dass wir einen Blick auf eine bestehende CommVault Simpana Installation werfen? Dann lasst es uns wissen, wir helfen euch gerne.

Frederik Malek

Frederik Malek ist seit Anfang 2015 für die teamix GmbH tätig. Seine Kernthemen sind CommVault und NetApp. Als Solution Design Engineer analysiert er Kundenanforderungen, erstellt Lösungsvorschläge und unterstützt bei der Entscheidungsfindung. Vor der Zeit bei teamix war er für ein an anderes Systemhaus, sowie für die Fraport AG tätig.

 
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